Das leere Schwimmerbecken im Stadtbad Schwerte

Wenn das Becken leer ist: Wartungs- und Sanierungsarbeiten im Stadtbad Schwerte

Wenn das Wasser aus den Becken abgelassen wird und der Badebetrieb ruht, beginnt im Stadtbad eine besonders arbeitsintensive Zeit. Während der vierwöchigen Schließzeit wird gründlich gereinigt, geprüft, gewartet und instandgesetzt – vor allem vorbeugend, damit das Bad langfristig zuverlässig betrieben werden kann und größere Schäden möglichst gar nicht erst entstehen. 

So laufen die Wartungs- und Sanierungsarbeiten ab

Die jährlichen Revisionsarbeiten finden in den Sommerferien statt. Sie tragen dazu bei, dass Technik, Sicherheit und Hygiene im Stadtbad dauerhaft den hohen Qualitätsansprüchen entsprechen. 

Doch was passiert während dieser Zeit genau hinter den Kulissen? Im Interview gibt Betriebsleiter Daniel Knapp Einblicke in den Ablauf der Wartungs- und Sanierungsarbeiten und berichtet von Aufgaben, die für Badegäste normalerweise im Verborgenen bleiben. 

Warum die Schließzeit notwendig ist

Daniel, warum braucht ein Schwimmbad wie das Stadtbad Schwerte überhaupt eine mehrwöchige Schließung?

„Das hat gleich mehrere Gründe. Oft glauben unsere Besucher, dass wir schließen müssen, weil etwas kaputt gegangen ist. Doch es ist genau das Gegenteil der Fall. Die Schließzeit nutzen wir nicht nur für Reparaturen, sondern vor allem für vorbeugende Instandhaltung. So können wir größere Schäden vermeiden und einen sicheren Badebetrieb gewährleisten.

Die größte Maßnahme in diesem Jahr ist die Sanierung der Überlaufrinne am Sprungbecken durch eine Fachfirma. Die Arbeiten verursachen erheblichen Staub und machen Lärm. Daher können wir sie während des laufenden Badebetriebs nicht durchführen.“

Was passiert als Erstes, wenn das Stadtbad für die Wartungszeit geschlossen wird?

„Viele denken, wir ziehen einfach den sprichwörtlichen Stöpsel. Tatsächlich beginnt die Schließzeit mit einem genau geplanten Ablauf, damit Technik und Wasseraufbereitung keinen Schaden nehmen.

Zunächst werden alle Filter gründlich rückgespült, also in umgekehrter Richtung gereinigt. Ziel dabei ist es, das Filtermaterial sauber zu hinterlassen und Verkeimungen während der Stillstandszeit zu vermeiden.

Anschließend werden die Becken, die Filter und die Schwallwasserkammern – die das überlaufende Beckenwasser auffangen – schrittweise entleert.

Die Becken werden nie gleichzeitig abgelassen. Dadurch vermeiden wir, dass unser Entwässerungssystem und die Kanalisation unnötig belastet wird. Nach etwa zwei Tagen sind Becken, Filter und Schwallwasserkammern vollständig entleert.

Danach beginnen die eigentlichen Wartungs- und Sanierungsarbeiten.“

Technik, Reinigung und Teamarbeit

Welche Arbeiten sieht man als Gast normalerweise gar nicht?

„Ein Großteil der Arbeiten findet im Technikkeller des Stadtbads statt und bleibt für die Gäste unsichtbar. Dazu zählen beispielsweise die Wartung der Technik zur Wasseraufbereitung und der Pumpen, aber auch die Reinigung der Haar- und Faserfänger. Zweimal im Jahr tauschen wir außerdem den Luftfilter aus.

Unsere Gäste sollen von der Technik möglichst nichts bemerken. Genau das ist das Ziel: Sie soll zuverlässig funktionieren, ohne dass man sie wahrnimmt.“

Wer arbeitet während der Schließzeit alles mit?

„Das gesamte Team des Stadtbads ist in dieser Zeit eingebunden. Alle übernehmen feste Aufgaben und unterstützen dort, wo sie gebraucht werden. Während der Schließzeit packt wirklich jeder mit an. Das ist vom Technikkeller bis zur Schwimmhalle einfach gute Teamarbeit.

Zusätzlich unterstützen uns verschiedene Fachfirmen bei den Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Auch die Kollegen der Stadtwerke Schwerte packen bei elektrischen und technischen Arbeiten im Bad mit an.“

Welche Arbeiten fallen im Stadtbad auch außerhalb der jährlichen Schließzeit an?

„Ein Schwimmbad wird nicht nur während der Schließzeit gewartet. Die meisten Arbeiten begleiten uns das ganze Jahr über. Die Kontrolle der Wasserwerte erfolgt sogar dreimal am Tag durch die Entnahme von Wasserproben. Aber auch die Mess- und Regeltechnik wird von uns permanent überwacht. 

Das Bad wird selbstverständlich jeden Tag gereinigt und auch kleinere Reparaturen werden möglichst sofort erledigt. Das Stadtbad Schwerte ist über 50 Jahre alt und deshalb ist eine kontinuierliche Instandhaltung besonders wichtig. Unser Ziel ist es, das Stadtbad Stück für Stück zu modernisieren und gleichzeitig den laufenden Betrieb zuverlässig aufrechtzuerhalten.“

Gibt es während der Wartungsarbeiten typische Überraschungen?

„Erst wenn die Becken leer sind, sieht man manchmal, was sich unter Wasser über Monate entwickelt hat. Genau deshalb ist diese Schließzeit so wichtig. Nach dem Ablassen des Wassers zeigen sich manchmal lose Fliesen. Durch den fehlenden Wasserdruck werden einzelne Schäden dann erst sichtbar.

Deshalb lässt sich im Vorfeld nicht immer genau abschätzen, welche kleineren Reparaturen erforderlich sein werden. Größere Überraschungen sind zum Glück eher selten.“

Sorgfältige Kontrolle vor der Wiedereröffnung

Worauf achtest du besonders, bevor das Stadtbad wieder öffnet?

„Vor der Wiedereröffnung schauen wir lieber einmal mehr als einmal zu wenig hin. Wir möchten sicher sein, dass unsere Gäste vom ersten Moment an wieder ein sauberes und sicheres Bad vorfinden.

In den letzten Tagen vor der Wiedereröffnung wird das gesamte Bad gründlich gereinigt und vom Staub der Sanierungsarbeiten befreit. Anschließend prüfen wir Technik und Wasseraufbereitung. Alle Mitarbeitenden kontrollieren ihren jeweiligen Arbeitsbereich, bevor ich abschließend selbst durch das Bad gehe.

Vor der Wiedereröffnung ist immer eine gewisse positive Anspannung da. Es soll schließlich am ersten Öffnungstag alles reibungslos funktionieren.“

Wenn die Türen wieder öffnen: Was ist für dich der schönste Moment?

„Die ersten Frühschwimmer stehen oft schon vor Öffnung vor der Tür. Viele Stammgäste kommen seit Jahren regelmäßig und freuen sich auf die Wiedereröffnung. Es ist schön zu sehen, wie das Bad nach vier Wochen wieder mit Leben gefüllt wird. Die Arbeit der vergangenen Wochen zahlt sich in diesem Moment aus.

Viele Arbeiten bleiben für unsere Gäste weiterhin unsichtbar. Sichtbar ist am Ende aber das Ergebnis: ein sicheres, sauberes Stadtbad, in dem Menschen schwimmen lernen, Sport treiben und sich begegnen können. Genau dafür machen wir das.“

 

Dieser Text wurde mit Unterstützung einer KI optimiert.