Stadtwerke Schwerte Logo

Die Versorgungssicherheit in Schwerte

Stand: 3. August 2022

Wir verfolgen weiterhin mit Bestürzung die Medienberichterstattung und sind in Gedanken bei den Menschen, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. Ihnen gilt unsere volle Solidarität. Die Auswirkungen sind aktuell weder geopolitisch noch energiepolitisch und -wirtschaftlich absehbar.

Die Situation hat derzeit auch Auswirkungen auf unsere Energieversorgung. Als Energieversorgungsunternehmen wissen wir und die gesamte Branche um unsere besondere Verantwortung. Wir engagieren uns im Verbund mit den Branchenverbänden, die im engen Austausch mit der Politik stehen.

Am 23. Juni 2022 hat Bundesminister Robert Habeck die Alarmstufe – die zweite von drei Eskalationsstufen im Notfallplan Gas – ausgerufen. Daher haben wir für Sie die aktuellen wichtigen Fragen rund um die Energieversorgung in Schwerte nochmal aktualisiert. 

Jede Kilowattstunde Gas, die wir ab sofort einsparen, trägt dazu bei, dass die Speicherstände in Deutschland steigen. Jeder Bürger ist dazu aufgerufen, so viel Energie wie möglich einzusparen, um gemeinsam für den kommenden Winter vorzusorgen. Daher haben wir für Sie ein paar hilfreiche Energiespartipps zusammengetragen.

Über die Informationsseite zur Lage der Gasversorgung in Deutschland können Sie außerdem täglich den aktuellen Lagebericht der Bundesnetzagentur einsehen.

FAQ zur Versorgungssicherheit

Nachdem am 30. März 2022 die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen wurde, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 23. Juni 2022 auch die Alarmstufe – die zweite von drei Eskalationsstufen im Notfallplan Gas – ausgerufen. 

Aktuell ist die Gasversorgung in Deutschland, auch nach Ausrufung der Alarmstufe, weiterhin gewährleistet. Dies gilt für das von den Stadtwerken Schwerte betriebene Verteilnetz und somit auch für alle angeschlossenen Kunden.

Die Versorgungssicherheit hat für die Stadtwerke Schwerte eine hohe Priorität. Mit Beginn des Russland Krieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Stadtwerke Schwerte ein Expertenteam gegründet, das diese besondere Lage der Energieversorgung regelmäßig beobachtet und bewertet.

Durch die jetzt ausgerufene Alarmstufe werden die Beobachtungen intensiviert. Die Stadtwerke Schwerte unterstützen den Aufruf der Bundesregierung, den Energieverbrauch aus Vorsorgegründen zu reduzieren. Wir sind vorbereitet und stehen zum Beispiel in enger Abstimmung mit Verbänden, vorgelagerten Netzbetreibern sowie Marktpartnern.

Die Bundes- und Landesregierung unternehmen alles Notwendige, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen Planungen auf der EU-Ebene, bei der Sicherstellung der Gasversorgung gemeinsam aktiv zu werden. Hier wird unter anderen Maßnahmen beispielsweise eine gemeinsame Koordination von LNG-Ankäufen diskutiert.

Weitere Informationen des BMWK unter BMWK - Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ruft Alarmstufe des Notfallplans Gas aus – Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet

Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preisniveau am Gasmarkt.

Die Alarmstufe tritt ein, wenn laut Notfallplan Gas „eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

Die aktuelle Lage wird vom BMKW als Störung in der Gasversorgung bewertet, die der Markt durch seine funktionierenden Mechanismen derzeit noch bewältigen kann.

Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, folgt die dritte Stufe, die Notfallstufe, in der der Staat zusätzlich in den Markt eingreifen kann.

Für den Fall eines Versorgungsengpasses haben wir in Europa entsprechende Schutzmechanismen, durch die Haushaltskunden und verschiedene Einrichtungen durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt sind.

Im Fall einer übergeordneten nationalen Gasmangellage greift der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“. Dieser regelt, wie Krisenmaßnahmen zwischen Erdgasversorgern, gewerblichen Kunden und Behörden koordiniert werden. 

Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen bei 69 %. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt 44,16 %.

Aktuell geht es darum, alles für möglichst hohe Speicherfüllstände zu tun, um die Einspeicherziele zu erreichen und Vorsorge für den Winter zu betreiben.

(Quelle: Bundesnetzagentur; Stand am 03. August 2022)

Das Preisniveau an den Energiebörsen ist weiterhin sehr hoch und ein Absinken ist derzeit nicht absehbar.

Eine weitere Verschärfung, Verhärtung oder Entspannung des Konflikts in der Ukraine wird von entscheidender Bedeutung dafür sein, wie sich das Preisniveau für Energie langfristig entwickeln wird.

Zur weiteren Preisentwicklung geben wir daher an dieser Stelle grundsätzlich keine Prognosen ab. Wir werden unsere Kunden weiterhin zeitnah über Preisänderungen informieren.

Die Versorgung in Deutschland erfolgt durch Lieferungen von L-Gas und H-Gas. Ein nicht unerheblicher Teil der H-Gas-Lieferungen kommt dabei aus Russland. In unserem Netzgebiet werden die Bürgerinnen und Bürger von Schwerte überwiegend mit L-Gas aus den Niederlanden bzw. der Nordsee versorgt.

Allerdings hat sich die übergeordnete Lage verschärft. Gas ist ein knappes Gut und die ausgerufene Alarmstufe des Notfallplans Gas greift ganzheitlich. Auch wir in Schwerte sind in das Energiesystem eingebunden und unterstützen daher die Aufforderung der Bundesregierung an alle Haushalte, ab sofort möglichst viel Gas einzusparen. Jede eingesparte Kilowattstunde kann helfen, um die Situation im kommenden Winter positiv zu beeinflussen.

Jede Kilowattstunde Gas, die wir ab sofort einsparen, trägt dazu bei, dass die Speicherstände in Deutschland steigen. Jeder Bürger ist dazu aufgerufen, so viel Energie wie möglich einzusparen, um gemeinsam für den kommenden Winter vorzusorgen.

Wir haben daher für Sie ein paar hilfreiche Tipps zum Energiesparen zusammengetragen.

Hier geht es zur Übersichtsseite Energiesparen.

Das Ziel, die größtmögliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird derzeit von der Bundesregierung und der EU auf zwei Wegen verfolgt. Einerseits über den Ankauf von flüssigem Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas), andererseits über die Schaffung von Gasreserven. Europäische Maßnahmen sind aktuell in der Abstimmung.

Da Erdgas nicht nur zentraler Brennstoff in der Wärmeerzeugung ist, sondern auch in der Stromerzeugung Anwendung findet, ist es nur folgerichtig, dass sowohl Deutschland als auch die EU Maßnahmen planen bzw. ergreifen, um die Importabhängigkeit von russischem Gas schnellstmöglich zu reduzieren.

Mittelfristig werden der massive Ausbau erneuerbarer Energien, eine diversere Lieferstruktur und der Hochlauf von Wasserstoff bedeutsam für eine diversifizierte Versorgungssicherheit sein.

Die Energiewirtschaft arbeitet mit Hochdruck an einer Diversifizierung der Bezugsquellen für Gas, um unabhängiger von Energieimporten aus Russland zu werden. In gewissem Umfang können LNG-Importe hierzu einen Beitrag leisten.

Aber auch aus Gründen des Klimaschutzes gilt: Mittel- bis langfristig müssen wir vollständig unabhängig von fossilen Rohstoffen werden. Deshalb bedarf es eines massiven Ausbaus erneuerbarer Energien und eines schnellen Hochlaufs von Wasserstoff.

Am 26. September 2023 findet in Schwerte die Erdgasumstellung von L-Gas auf H-Gas statt. Aufgrund rückläufiger Fördermengen steht L-Gas in Zukunft nur noch sehr begrenzt zur Verfügung. Deshalb wird in allen mit L-Gas versorgten Gebieten die Versorgung nach und nach auf H-Gas umgestellt. Für die Umstellung auf das energiereichere H-Gas müssen vorab alle erdgasbetriebenen Geräte in Haushalten und Unternehmen wie z.B. Heizungsanlagen technisch angepasst werden. Alle weiteren Informationen rund um das Thema Erdgasumstellung finden Sie auf unserer Übersichtsseite zur Erdgasumstellung in Schwerte.