Starkregen: So können Sie Ihr Zuhause rechtzeitig schützen

Kräftige Gewitter und Starkregen gehören auch in Deutschland immer wieder zum Sommer und Herbst dazu. Erst im August 2026 gab es in Nordrhein-Westfalen wieder amtliche Warnungen vor heftigem Starkregen. 

Solche Warnungen sind kein Grund zur Panik. Sie sind aber ein guter Anlass, sich mit dem eigenen Haus und Grundstück zu beschäftigen. Denn bei Starkregen können innerhalb kurzer Zeit Wassermengen auftreten, die nicht überall sofort versickern oder über die Kanalisation abgeleitet werden können.

Wir zeigen Ihnen: Mit einer Reihe von Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Risiko von Schäden am eigenen Haus reduzieren.

Starkregen kann grundsätzlich viele Grundstücke treffen

Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb eines vergleichsweisen kurzen Zeitraums große Niederschlagsmengen fallen. Anders als bei klassischem Flusshochwasser muss sich ein gefährdetes Gebäude dabei nicht unmittelbar an einem Gewässer befinden.

Bei besonders starken Regenereignissen können auch dort sturzflutartige Wassermassen entstehen, wo sich keine tiefe liegende Stelle und kein Gewässer befinden. Gleichzeitig kann die Kanalisation bei außergewöhnlich starken Niederschlägen nicht jede Wassermenge aufnehmen. Ein vollständiger Schutz allein über das Kanalnetz ist daher nicht möglich. 

Starkregenvorsorge ist eine gemeinsame Aufgabe: Kommunale Maßnahmen sind ein wichtiger Teil davon. Ebenso wichtig ist jedoch der Schutz des eigenen Grundstücks und Gebäudes. Genau hier können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer selbst ansetzen. 

Wie kann Wasser bei Starkregen ins Haus gelangen?

Wer das eigene Haus schützen möchte, sollte zunächst verstehen, woher das Wasser kommen kann. Im Wesentlichen sind zwei Wege besonders relevant.

Oberflächenwasser: Wenn Straßen und Grundstücke das Wasser nicht mehr aufnehmen

Bei intensivem Regen sammelt sich Wasser auf Straßen, Gehwegen und Grundstücksflächen. Von dort folgt es dem Gelände und kann sich an tiefer liegenden Stellen aufstauen.

Problematisch sind insbesondere Öffnungen in Bodennähe. Dazu gehören beispielsweise Kellertreppen, Lichtschächte, Kellerfenster, tief liegende Hauseingänge oder ebenerdige Türen. Über solche Bereiche kann Oberflächenwasser unmittelbar in das Gebäude gelangen. 

Auch die Gestaltung des Grundstücks spielt eine Rolle: Gefälle, versiegelte Flächen (zum Beispiel durch Asphalt, Beton oder Pflastersteine) und mögliche Abflusswege beeinflussen, wohin das Regenwasser fließt.

Rückstau: Wenn Wasser aus der Kanalisation zurückgedrückt wird

Ein zweites Risiko ist der sogenannte Rückstau.

Bei starken Regenfällen kann sich die Kanalisation zeitweise stark füllen. Steigt der Wasserstand im Kanal entsprechend an, kann Abwasser über die Grundstücksentwässerung zurück in tiefer gelegene Bereiche eines Gebäudes gedrückt werden.

Betroffen sein können beispielsweise Bodenabläufe, Waschmaschinenanschlüsse oder Toiletten im Keller. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Ablaufstellen unterhalb der sogenannten Rückstauebene (bezeichnet die Höhe, bis zu der das Wasser bei einem Rückstau im Kanalnetz ansteigen kann) gegen Rückstau geschützt werden müssen. 

Der erste Schritt: Das eigene Grundstück auf Schwachstellen prüfen

Nicht jedes Haus ist gleich gefährdet. Deshalb lohnt sich zunächst ein genauer Blick auf die individuelle Situation.

Folgende Fragen sollten Eigentümer sich stellen:

  • Wo würde Wasser hinfließen, wenn es sich auf der Straße aufstaut?
  • Liegen Eingang, Garage oder Kellerabgang tiefer als die Umgebung?
  • Gibt es Lichtschächte direkt auf Geländeniveau?
  • Führt das Gefälle auf dem Grundstück zum Haus oder vom Haus weg?
  • Befinden sich im Keller Bodenabläufe, Waschmaschinen, Duschen oder Toiletten?

Für Grundstücke in Schwerte gibt es darüber hinaus digitale Hilfsmittel.

Starkregengefahrenkarte für Schwerte nutzen

Die Stadtentwässerung Schwerte hat für das gesamte Stadtgebiet eine Starkregengefahrenkarte erstellen lassen. Sie zeigt modellierte Wasserstände bei einem definierten außergewöhnlichen Starkregenereignis.

Für die dargestellte Simulation werden insgesamt 46,8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von 60 Minuten angenommen. Die Karte unterscheidet verschiedene Wassertiefen. Damit können Bürgerinnen und Bürger prüfen, welche Bereiche ihres Grundstücks nach dem zugrunde liegenden Modell besonders betroffen sein könnten. 

Wichtig ist dabei: Die Karte ist eine Modellrechnung und keine Vorhersage für ein konkretes Ereignis. Kleinere bauliche Strukturen wie Mauern oder Bordsteinkanten können im Modell beispielsweise nicht vollständig berücksichtigt sein. Auch Starkregen fällt in der Realität nicht zwangsläufig gleichmäßig über das gesamte Stadtgebiet. 

Die Karte dient daher vor allem als Orientierung für die eigene Vorsorge.

Wasser-Risiko-Check für das eigene Grundstück

Seit Ende 2025 steht Bürgerinnen und Bürgern in Schwerte außerdem der kostenlose Wasser-Risiko-Check zur Verfügung.

Das digitale Angebot hilft dabei, Risiken durch Starkregen und Hochwasser für den eigenen Standort genauer einzuschätzen und mögliche Vorsorgemaßnahmen für sich zu erschließen. Die Stadtentwässerung Schwerte beteiligt sich dafür an einem kommunalen Verbund unter Federführung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. 

Damit gibt es für Schwerter Haushalte neben der Starkregengefahrenkarte eine weitere Möglichkeit, sich gezielt mit dem eigenen Grundstück auseinanderzusetzen.

So schützen Sie Ihr Haus vor Oberflächenwasser

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer von Gebäude und Grundstück ab. Es gibt jedoch mehrere grundsätzliche Möglichkeiten.

Hauseingänge, Türen und Zufahrten sichern

Bei der Gestaltung von Eingängen und Zufahrten sollte bedacht werden, dass Wasser bei Starkregen auch über die Straßenoberkante treten kann.

Erhöhte Eingänge, Stufen, Schwellen oder geeignete Rampen können dazu beitragen, Oberflächenwasser vom Gebäude fernzuhalten. Welche Lösung baulich geeignet ist, muss jeweils für das einzelne Grundstück beurteilt werden. 

Lichtschächte und Kellerabgänge schützen

Kellerfenster, Lichtschächte und außenliegende Kellertreppen gehören zu den typischen Eintrittswegen.

Die Stadtentwässerung Schwerte empfiehlt unter anderem erhöhte Lichtschachtoberkanten beziehungsweise geeignete wasserdichte Sicherungen. Auch hier sollte die konkrete Ausführung fachgerecht geplant werden. 

Ein Rundgang um das Gebäude kann bereits helfen: Liegt eine Öffnung dort, wo sich Wasser sammeln oder vorbeifließen könnte, sollte dieser Bereich genauer geprüft werden.

Wasser gezielt vom Gebäude wegleiten

Auch die Geländegestaltung ist wichtig.

Das Gefälle von Oberflächen sollte möglichst vom Gebäude wegführen. Wasser kann außerdem gezielt in weniger empfindliche Grundstücksbereiche geleitet werden. Mulden oder geeignete Flächen können dazu beitragen, Wasser zeitweise schadlos aufzunehmen. 

Bei Veränderungen am Grundstück sollte allerdings immer darauf geachtet werden, keine neuen Probleme für Nachbargrundstücke oder öffentliche Flächen zu schaffen.

Versiegelte Flächen reduzieren und Regenrinnen freihalten

Je weniger Wasser versickern kann, desto mehr fließt oberflächlich ab. Deshalb empfiehlt es sich, übermäßige Flächenversiegelung zu vermeiden beziehungsweise wasserundurchlässige Befestigungen dort zurückzubauen, wo dies sinnvoll und möglich ist. 

Eine sehr einfache Vorsorgemaßnahme ist außerdem die regelmäßige Reinigung der Regenrinnen. Blätter und Verschmutzungen können den Wasserabfluss behindern und dazu führen, dass Niederschlagswasser an ungünstigen Stellen überläuft. 

Rückstau vermeiden: Schützen Sie Ihr Gebäude vor Wasser aus dem Kanal

Wer beim Thema Starkregen nur an Wasser vor der Haustür denkt, übersieht einen wichtigen Punkt: Wasser kann auch über die Grundstücksentwässerung ins Gebäude gelangen.

Eine funktionierende Rückstausicherung ist deshalb insbesondere bei Ablaufstellen in tiefer gelegenen Gebäudeteilen wichtig.

Was bedeutet Rückstauebene?

Die Stadtentwässerung Schwerte definiert als maßgebende Rückstauebene die Höhe der Straße an der Stelle, an der das Grundstück an den öffentlichen Kanal angeschlossen ist. Ablaufstellen unterhalb dieser Ebene müssen gegen Rückstau geschützt werden. 

Welche technische Lösung dafür notwendig und zulässig ist, hängt von der jeweiligen Entwässerungssituation ab.

Für entsprechende Fragen empfiehlt es sich deshalb, einen Fachbetrieb für Sanitärtechnik beziehungsweise eine Fachperson für Grundstücksentwässerung einzubeziehen. 

Rückstausicherungen regelmäßig prüfen und warten lassen

Eine vorhandene Rückstausicherung hilft nur, wenn sie funktioniert.

Bitte denken Sie daran, eine regelmäßige Wartung und die Kontrolle der Rückstauklappen auf Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit durchzuführen. 

Auch im Keller können Sie Schäden durch Starkregen vermeiden

Nicht jeder Schaden lässt sich vollständig verhindern. Deshalb lohnt sich auch die Frage: Was passiert, wenn trotzdem Wasser in einen Kellerraum gelangt?

Wir haben ein paar einfache Tipps für Sie: 

  • Wertvolle Gegenstände sollten nicht unmittelbar auf dem Boden gelagert werden.
  • Regale oder erhöhte Lagerflächen können verhindern, dass bereits wenige Zentimeter Wasser Inventar beschädigen.
  • Elektrische Geräte sollten ebenfalls erhöht aufgestellt werden.
  • Besonders wertvolle oder empfindliche Gegenstände sollten möglichst nicht in gefährdeten Kellerräumen aufbewahrt werden.
  • Gefährliche Stoffe und Chemikalien sollten nicht in einem möglicherweise überflutungsgefährdeten Kellerbereich lagern.
  • Wer einen Heizöltank besitzt, sollte außerdem prüfen lassen, ob dieser gegen Auftrieb und Wassereintritt ausreichend gesichert ist. Austretendes Heizöl kann erhebliche zusätzliche Schäden verursachen.

Was sollten Sie bei einer Starkregenwarnung tun?

Gute Vorsorge beginnt vor dem Ereignis.

Für Wetterwarnungen empfiehlt die Stadtentwässerung Schwerte unter anderem die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes sowie die Warn-App NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. 

Besteht eine konkrete Unwetterwarnung, können Sie – sofern dies ohne Gefahr möglich ist – noch einmal gefährdete Bereiche überprüfen.

Entscheidend ist: Schutzmaßnahmen am Gebäude dürfen nie wichtiger sein als die eigene Sicherheit.

Was gilt, wenn bereits Wasser eindringt?

Wenn ein Keller oder eine Tiefgarage bereits überflutet ist, sollte niemand unbedacht hineinlaufen.

Wasser kann elektrische Anlagen erreichen. Darüber hinaus können Türen durch den Wasserdruck blockiert werden, Gegenstände aufschwimmen oder gefährliche Stoffe austreten. Bei akuter Gefahr verständigen Sie die Feuerwehr.

Dringt Wasser ein und besteht die Möglichkeit, elektrische Anlagen gefahrlos abzuschalten, sollte der Strom in betroffenen Bereichen abgeschaltet werden. Entscheidend ist auch hier, sich dafür nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Bei einem Rückstau aus der Kanalisation sollten Sie außerdem, vorübergehend auf Duschen, Baden, Spülen, Waschen und die Toilettennutzung verzichten, da zusätzliches Abwasser die Situation verschärfen kann. 

Nach einem Schaden sollten die betroffenen Bereiche und beschädigte Gegenstände dokumentiert und die Versicherung kontaktiert werden. Elektrische Geräte dürfen erst wieder benutzt werden, wenn von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht. 

Starkregenvorsorge in Schwerte: Informieren, prüfen, vorsorgen

Starkregen lässt sich nicht verhindern – mögliche Schäden lassen sich aber häufig reduzieren.

Der beste Zeitpunkt für einen Rundgang um Haus und Grundstück ist deshalb nicht erst dann, wenn eine Unwetterwarnung auf dem Smartphone erscheint. Prüfen Sie in Ruhe, wo Wasser auf Ihr Gebäude treffen könnte, wie Keller und tiefliegende Öffnungen geschützt sind und ob vorhandene Rückstausicherungen funktionieren.

So können Sie bekannte Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und dort vorzusorgen, wo sich mit vertretbarem Aufwand ein zusätzlicher Schutz schaffen lässt.